Dienstag, 18. September 2012
Buchrezension: Jorge Amado – Herren des Strandes
Diesen Artikel können Sie/könnt Ihr auch auf Spanisch lesen:
Die flüchtigen Begegnungen während der letzten großen Urlaubsreise liegen schon lange zurück. Die abgerissenen Hosen, die unschuldigen Blicke und die schmutzigen Gesichter waren dort allgegenwärtig. Doch die Erinnerung an die Begegnungen mit ihnen verblassten im Alltag. Sorge und Glück halfen, sie zu vergessen. Doch sind sie wirklich aus unserer Welt verschwunden? In Denpasar, La Paz oder Mombasa konnte man ihnen nicht entkommen. Ist es uns in unserer Heimat, wo es keine von ihnen gibt, gelungen?
Jorge Amado ist einer der großen brasilianischen
Erzähler. In sechs Romanen hat er das Leben in Bahia, seiner Heimat, präzise
und schonungslos, jedoch auch poetisch und liebevoll beschrieben. So auch in
seinem 1974er Werk „Herren des Strandes“.
Die Helden des Buches leben in einer verlassenen Halle fern ab der belebten
Straßen von Salvador de Bahia. Sie sind Diebe, Vergewaltiger, Mörder, Betrüger und
vor allem unschuldige Kinder, die von ihren Eltern, dem Staat - von uns allen -
in Stich gelassen wurden. Amado beschreibt ihr Leben in einer losen
Aneinanderreihung komischer, tragischer und spannender Kurzgeschichten. Die 14
bis 16jährigen um ihren Anführer Pedro Bala leben in absoluter Freiheit und
sind doch gleichzeitig Gefangene der absoluten Zwanglosigkeit. Die Gruppe schläft,
klaut, lacht und spielt zusammen. Als Herren des Strandes sind sie der
Schrecken der Stadt, ein Haufen Halbwüchsiger, die niemand findet und die doch
überall zugegen sind. Niemand kennt Bahia besser als diese Kinder, die niemals
eine Kindheit hatten.
Jorge Amado beschreibt die Menschen einer brasilianische
Stadt, deren Lebensfreude, Tragödien und sommerliche Wärme aus den 284 Seiten
hervorzuquellen scheinen. Jede der Kurzgeschichten ist in sich abgeschlossen.
Darum eignet sich das Buch perfekt für die Leser, die nur selten mit Pedro
Bala, Hinkebein oder Jao Grande durch die Straßen streunen können. Liest man es
jedoch in einem durch, dann wird man schnell die Straßenkinder aus seinem
eigenen Urlaub wiedererkennen. Sie sind nicht wirklich hinter dem Stacheldraht
des Flughafengeländes zurückgeblieben. Sie ziehen auch jetzt laut lachend durch
die Straßen und versuchen in unserer Welt zu überleben.
Sonntag, 16. September 2012
Von La Paz bis zum Salar de Uyuni
| Säulenkakteen am Salzsee (Foto: J.N.Popratnjak) |
![]() |
| Blick auf La Paz, im Hintergrund der Illimani (Foto: reiseberichte-urlaubsberichte.de) |
Erkunden Sie mit uns beeindruckende Kirchen, wie z.B. die Kirche San Francisco, welche im 18. Jhd. durch einen Schneesturm (!) zerstört wurde und werden sie gleichzeitig Zeuge jahrtausend alter indianischer Heilkünste. Schlendern Sie über den magischen Hexenmarkt und den bunten Mercado de Artesania, lernen Sie alles über die Geschichte und die Anwendung von Coca. Dies alles unter der steten Anwesenheit des lllimani, dem Wächter der Stadt ( 6439 m ).
| Mit dem Geländewagen den Salzsee erkunden (Foto: J.N.Popratnjak) |
Und
dann geht es weiter zum Salar de Uyuni, wo sich Ihnen eine unwirkliche
Welt aus Salz erschließen wird. Besuchen Sie mit uns eine Insel, auf
der über 20 Meter hohe Säulenkakteen stehen, die teilweise mehr als 1200
Jahre alt sind. Auf Wunsch werden Sie sogar in einem Hotel aus Salz
untergebracht.
| Anfragen bitte per mail an: michael.nitschke1@yahoo.de | ||
Donnerstag, 13. September 2012
Die Achse des Bösen im Hinterhof
Über die US-Militärpräsenz in Lateinamerika
Man will in Lateinamerika in Zukunft ohne die USA auskommen. Und das nicht nur im militärischen Bereich.
Es gibt sogar einen Failed-Sate Index:
http://humanosphere.kplu.org/2012/06/foreign-policys-failed-states-index-2012/
Dort hat Mexiko für dieses Jahr schon mal den Status "In Danger" bekommen. Brasilien erhielt "Borderline":
Hier noch ein Link zu einer Karte mit den amerikanischen Militärbasen in Lateinamerika:
http://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkte_der_Vereinigten_Staaten_in_Lateinamerika_und_in_der_Karibik
Die US-amerikanischen Streitkräfte unterzeichneten 2011 insgesamt 126 Verträge über
circa zwölf Millionen Dollar, um Militärbasen in Kolumbien aufzubauen:
http://amerika21.de/nachrichten/2011/02/23899/usa-bauen-militaerbasen-aus
Die USA dringen darauf, die
Kanalzone (Oh, wie schön ist Panama!) zu kontrollieren, angeblich, um Drogenhändler, Terroristen und
Waffenhändler zu bekämpfen. Es ist jedoch ein Leitmotiv des
Pantagons, den interozeanischen Korridor zu kontrollieren. Unter dem Codename Panamax führte die USA auch in diesem Jahr
zusammen mit seinen 16 Partnerländern in dieser Region Militärmanöver durch. Die erstmals im Jahr 2003 veranstalteten Manöver, dienen als Training für die Abwehr einer möglichen Bedrohung durch nicht-staatliche
bewaffneter Gruppen (Non-State Armed Groups (NSAGs)) und natürlich auch, um sich auf mögliche Naturkatastrophen besser gemeinsam vorzubereiten. Daraus folgt: Die USA wollen eine multinationale Eingreiftruppe schaffen.
Hinzu kommt das US-Engagement in Mexiko, dass seit mehreren Jahren einen regelrechten Krieg gegen die Drogenkartelle führt. Während der Amtszeit von Präsident Felipe Calderon (2006-2012) sind mehr als 30 000 Menschen in den Kämpfen umgekommen. Die US-Regierung hat diese Gruppen zu terroristischen Vereinigungen deklariert und vefolgt eine gemeinschaftliche Strategie mit der mexikanischen Regierung, um den Krieg gegen den Terror auch in diesem beinahe Failed state kurz hinter Texas zu tragen. In Kolumbien unterhalten die USA verschiedene Militärbasen, zum Beispiel in der Bucht von Málaga. Die US-Marines sind dort stationiert, um indianische Eigenheiten und Kultur zu studieren.
Allerdings sind die USA in letzter Zeit auch gezwungen, in ihrem Hinterhof etwas kürzer zu treten. Es geht um Einsparungen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar innerhalb von fünf Jahren (Im Jahr 2010 belief sich das US-Militärbudget auf 700 Millarden Dollar, das sind 43 Prozent der weltweiten Militärausgaben).
Und Washington steht auch vor dem Problem, dass Länder wie Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Paraguay, Venezuela und Nicaragua Wege und Ziele verfolgen, die zuweilen im krassen Gegensatz zu den US-Absichten stehen. Ein erstes sichtbares Zeichen für diese Entwicklung war der gescheiterte Versuch, alle lateinamerikanischen Staaten in der von Präsident Clinton erdachten OAS (Organisation Amerikanischer Staaten) zu vereinen - ein Fehlschlag, zu dem sicherlich auch das diplomatische Geschick des G. W. Bush beigetragen hat.
Es gibt sogar einen Failed-Sate Index:
http://humanosphere.kplu.org/2012/06/foreign-policys-failed-states-index-2012/
Dort hat Mexiko für dieses Jahr schon mal den Status "In Danger" bekommen. Brasilien erhielt "Borderline":
Hier noch ein Link zu einer Karte mit den amerikanischen Militärbasen in Lateinamerika:
http://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkte_der_Vereinigten_Staaten_in_Lateinamerika_und_in_der_Karibik
http://amerika21.de/nachrichten/2011/02/23899/usa-bauen-militaerbasen-aus
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