Mittwoch, 13. November 2013

Die Schätze der Atacama

Bergbau in der trockensten Wüste der Erde 


Chilenische Minen decken ein Drittel des globalen Kupferbedarfs. Und auch sonst ist der Andenstaat in Bezug auf seine Rohstoffvorkommen ein Land der Superlative. Das größte Kupferbergwerk der Welt in Chuquicamata (Atacamawüste) kann man vom Weltraum aus erkennen. Und die Rettung von 33 verschütteten Bergarbeitern der Gold- und Kupfermine San José war ein globales Medienspektakel....
Lithiumabbau im Salar de Atacama
 Kupfer, Lithium und Salpeter haben Peruaner, Chilenen und Bolivianer unermeßlich reich oder bettelarm gemacht. Der Krieg "ums weiße Gold" Salpeter, obwohl vor über 130 Jahren ausgefochten, beschäftigt heute sogar Hollywood-Schauspieler Sean Penn.

Ein Vortrag mit anschließender Diskussion in der Volkshochschule Bonn. Der Eintritt ist frei. 

25. November 
18:00-19:30 Uhr

Für die Anmeldung bitte auf folgenden Link klicken:

Mittwoch, 6. November 2013

Kabale und Liebe - Das Publikumsgespräch

Im Anschluss an jede Aufführung von Kabale und Liebe gibt es ein Publikumsgespräch mit den Zuhörern. Nicht selten nehmen 180 Schüler daran teil.
Regisseur Christoph Wehr leitet das Gespräch von der Bühne aus
Der Darsteller des "Wurm", OliverSchnelker, im Gespräch mit Schülern
Ferdinand von Walter, dargestellt von Benedikt Hahn
Die Herausforderung ist es, eine solch große Anzahl von Schülern in das Gespräch, besser noch die Diskussion, einzubinden. Nach einer kurzen Pause im Anschluss an die Aufführung mischen sich die Darsteller unter das Publikum. So können sie die Kritik, die Fragen oder das Lob der Zuschauer an Regisseur Christoph Wehr auf der Bühne weitergeben. Viele der Fragen befassen sich mit der Kleidung der Darsteller, der Charakter- zeichnung der Hauptprotagonisten Luise und Ferdinand sowie der Rolle des Sekretärs Wurm: Warum sieht Luise so punkig aus? Wieso korrigiert Sekretär Wurm immer wieder die Aussagen der anderen Schauspieler? Ist es beabsichtigt, dass Ferdinand "unsympathisch rüberkommt"?
Das Publikumsgespräch dient den Schülern zur Klärung ihrer Fragen, dem Team von DRAMA-TISCH zur Weiterentwicklung der Inszenierung. 
Beim Gespräch im Anschluss an die Aufführung am Städtischen Gymnasium Köln Deutz (06.11.2013) kam die Frage auf, ob die Schüler die Ergebnisse der Diskussion nicht auch schriftlich fixieren sollten, um die gewonnenen Erkenntnisse besser in den Literaturunterricht übertragen zu können.

Fotos: M. Thulin

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Memorias revividas - Wiedererlebte Erinnerungen

Diesen Artikel können Sie/könnt Ihr auch auf Spanisch lesen [link]:
 
Del golpe a Malvinas en la literatura y el cine actual - Vom Militärputsch bis zum Krieg um die Falklandinseln in der Literatur und im Kino

Ein Workshop am Romanischen Seminar der
Universität zu Köln
17. & 18. Oktober 2013


Die Teilnehmer der Konferenz besuchten am 18. Oktober das Kölner NS-Dokumentationszentrum
Im Gespräch mit dem Direktor des Museums und der Gedenkstätte El-De-Haus, dem Kölner NS- Dokumentationszentrum, Dr. Werner Jung (rechts im Bild)
 Im Anschluss zeigte Markus Thulin den Teilnehmern des Workshops das ehemalige Gefängnis der Gestapo in Köln sowie die Dauerausstellung "Köln im Nationalsozialismus"
Markus Thulin (re.vorne) im Gespräch mit argentinischen Schriftstellern und Literaturwissenschaftlern am Eingang zum Gefängnistrakt
re. vorne im Bild: Der argentinische Botschafter Daniel Polski
Am 2. April 1982 besetzte argentinisches Militär die seit 1833 von Großbritannien besetzt gehaltenen Falklandinseln (span: Malwinas). Die Niederlage im damit ausgelösten Falklandkrieg läutete das Ende der argentinischen Militärdiktatur ein. Noch heute sind die Erinnerungen an die blutige Auseinandersetzung mit England, der Verlust der nationalen Souveränität über die Inselgruppe, ganz besonders jedoch die Verbrechen der Militärjunta in allen Medien des südamerikanischen Landes präsent. Inwieweit macht die Vermittlung in Schrift, Bild und Ton die Auseinandersetzung der Kunstschaffenden mit diesem Thema erlebbar? Dieser Frage gingen die Teilnehmer der Konferenz nach. Ein Besuch des Kölner NS-Dokumentationszentrums, dem ersten dieser Art in Deutschland, gab ihnen einen Eindruck der Auseinandersetzung der Kölner mit diesem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.
[Fotos: M.Thulin]

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Ed Kowalczyk - live im Kölner Luxor - 27.09.2013



Das Luxor ist ausverkauft. Es drängen sich deutsche und niederländische Fans vor der Bühne, die der Ex-Frontmann der Band Live pünktlich um 20:00Uhr betritt.
All over you
gab nach dem Konzert Autogramme: Ed Kowalczyk
Herr Kowalczyk fordert zum Mitsingen auf. Die Lagerfeuerromantik ist sofort da, kann sich jedoch bei den zwei folgenden Liedern (noch) nicht halten.
The distance
The great beyond
Letzterer Song ist vom ersten Soloalbum “Alive” (2009). Vor vier Jahren haben sich Kowalczyk und seine drei Bandkollegen nach sieben Studioalben im Streit getrennt. Der Rumpf der Band hat für 2014 ein neues Album mit neuem Sänger angekündigt. 

Doch zurück zum Konzert. Es folgt ein Lied der neuen CD:
All that I wanted (neues Album)
The dolphins cry von dem Album “The distance to here”
Nun ist sie wieder da – die Mitsingromantik. Die meisten seiner Konzerte der aktuellen Europatournee bestreitet Kowalczyk (wie üblich) zwischen Groningen und Brüssel. Allein in den Niederlanden hat sich „The distance to here“ 1999 über 500 000 Mal verkauft.
Angels on a razor (neues Album)
Ed Kowalczy steht nicht alleine auf der Bühne. Wingman ist der Bassist John Rosenberg, der ihn auch gesanglich unterstützt – zuverlässlich aber zurückhaltend.
Selling the drama
Seven (neues Album)
Der Vergleich: Das Konzert der aus Mitgliedern von Candlebox und den übrigen Mitgliedern der Band Live gegründeten „Gracious Few“ im Februar 2011 hier im Luxor wollten nicht einmal halb so viele Jünger des 1990er-Jahre-Alternative-Rock sehen.
Ed Kowalczyk singt "Seven" in Heerlen (Niederlande):
Pain lies on the riverside
Nicht alle Lieder haben diese Lagerfeuerromantik. Es sind gerade die zwischen 1991 und 1994 veröffentlichten songs, die zum Mitsingen einladen. Die Lieder des neuen Soloalbums „The Flood and the mercy“ hat Herr Kowalczyk wohl nicht mehr am Lagerfeuer oder mit den Kumpels im Proberaum, eher am Pool seiner Villa, einen Rotwein schlürfend und den drei Töchtern beim Spielen zusehend, geschrieben.
Das Cover des neuen Albums "The Flood and the mercy" [Foto: http://www.tonedeaf.com.au]
 Leider wurde bei „pain lies on the riverside“ nicht die bemerkenswerte Basslinie der Originalversion auf die Bühne übertragen.
Cover – Bruce Springsteen – “I’m on fire
Shepherd
Heaven
Früher besang Ed Kowalczyk „the beauty of grey“, heute “God and truth”
I alone
Jetzt hat er die Fans endlich auf seine Seite gezogen. Das Publikum im gesamten Raum singt von nun ab kontinuierlich und lautstark mit.
I am overcome
Run to the water
The one (neues Album)
Lightning crashes
Im Mittelteil des Liedes baut er eine Lobpreisung Gottes ein. Seine spirituelle Ausrichtung und deren offensive Verbreitung soll ein Grund für die Unzufriedenheit der Band mit ihrem Ex-Frontman gewesen sein. Doch der weiß das Publikum an diesem Abend auch ohne die alten Kameraden souverän zu führen und zieht vor einem raschen und unspektakulären Abgang noch einmal alle Register:
Turn my head
Dance with you
Ed Kowalczyk könnte für die kommende Tour tatsächlich über größere Konzerträume nachdenken. Schließlich hält man ihm nicht nur in Köln die Treue. Und seine Kompositionen aus den 1990er Jahren sind zeitlos schön. Das neue Album kauft man sich natürlich auch. Bei Bedarf inklusive Bekehrung.

Alle Infos zu Live und Ed Kowalczyk unter:

Dienstag, 10. September 2013

Melodien für Diktatoren

Kayne West gibt Privatkonzert für Enkel des kasachischen Präsidenten
Wer wünscht sich da nicht, Enkel eines Diktators zu sein? Für 3 Millionen Dollar buchbar - Kanye West Anfang September live bei einer Familienfeier des Nasarbajew-Clans [Foto: www.promicabana.de]

Nursultan Nasarbajew ist seit 1990 Präsident Kasachstans. Am 3. April 2011 wurde er mit 95,5% der Wählerstimmen im Amt bestätigt. Die Wahlen wurden von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgrund "gravierender Unregelmäßigkeiten" kritisiert. [Foto: wikipedia.org]
Doch nicht nur Kanye West, auch andere US-amerikanische Sänger wurden für einen Privatauftritt angefragt. 2011 sagte Sting jedoch aufgrund der Menschenrechtsverletzungen am kasachischen Volk durch Polizei und Militär ab. US-Ölfirmen sind da nicht so zimperlich und hoffieren Nasarbajew. Kasachstan ist reich an Bodenschätzen. 

Kanye West ist leider nicht der einzige "Megaseller" der US-Popbranche, für den Sting kein Vorbild zu sein scheint: Jennifer Lopez hat im Juni 2013 "Happy Birthday, Mr. President" für Turkmenistans nicht weniger undemokratisch regierenden Machthaber Gurbanguly Berdymuchammedow gesungen: