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Dienstag, 2. April 2013

Das Thema Tod wird immer noch tabuisiert

Eine Kinderführung auf dem Friedhof Melaten


„Hallo, ich bin Markus. Heute führe ich Euch über den Melaten-Friedhof. Und ich verspreche Euch, dass Ihr nachher Eichhörnchen aus nächster Nähe sehen werdet“. Klar, dass so ein Versprechen zieht. Um die Tierchen anzulocken, bekommen die Kinder ein paar Erdnüsse. [Foto: A. Baldivieso]
Den vollständigen Artikel, der am 2. April in der Kölnischen Rundschau erschien, können Sie/könnt Ihr hier nachlesen:

Montag, 1. April 2013

Muslime in Köln (Ehrenfeld)


Erste öffentliche Führung am 20. April!
In Köln-Ehrenfeld wird eine neue Moschee gebaut. Grund genug, sich in diesem Stadtteil etwas genauer umzusehen. Auf den Spuren des Islam wandern wir entlang der Venloer Straße von Teheran nach Sarajewo. Kölner Muslime erzählen aus ihrem Leben und beschränken sich dabei nicht nur auf die Religion. Erleben Sie die orientalische Gastfreundschaft und lernen Sie ein paar Kölner kennen, die schon lange in Ihrer Nachbarschaft wohnen.
Foto: DITIB
Öffentliche Termine für die deutschsprachige Führung zum Thema „Muslime in Köln (Ehrenfeld)“: 20.4., 25.5., 22.6., 20.7., 17.8., 28.9. jeweils um 14 Uhr
Dauer der Führung: 2h
Treffpunkt: Neue Moschee der DITIB, Ecke Innere Kanalstraße/Venloer Straße
Anmeldung unter: markusthulin@yahoo.de
Preis: 8 Euro pro Person
weitere Stadtführungen finden Sie/findet Ihr unter

Mittwoch, 27. März 2013

Im Geschichtslabor

Die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) in Köln 

Schon seit fünf Jahren bietet das Team der ibs Workshops und Projekttage für Jugendliche und Erwachsene an. Nun können sie mit den Teilnehmern in einem Geschichtslabor arbeiten. Dabei geht es den Mitarbeitern der ibs weniger darum, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Ihr Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit den aktuellen Entwicklungen am rechten Rand unserer Gesellschaft.
Besprechung im Geschichtslabor
Das zentrale Anliegen der ibs ist die Präventionsarbeit mit Jugendlichen. Die Bildungsangebote setzen nicht allein auf Wissensvermittlung, sondern fördern ebenso die Eigenaktivität der Teilnehmenden in der Auseinandersetzung mit rechtsradikalem Gedankengut. 
Diese Schüler der achten Klasse einer Kölner Hauptschule nahmen 2012 an einem Workshop zum Thema Diskriminierung und Ausgrenzung teil. Fußball war der perfekte Aufhänger für eine etwas andere Art des Politikunterrichts.
Die neuen Medienstationen im Geschichtslabor bieten den Teilnehmern der ibs-Seinare nun die Möglichkeit, selbst auf Forschungsreise zu gehen. Sie  befinden sich dafür in einem Raum, der als Schnittstelle zwischen der NS-Vergangenheit und der rechten Propaganda heutiger Zeit fungiert.
Die Jugendlichen erarbeiten sich ein Thema und können wie hier an einer der Medienstationen (Foto unten) die Lebenssituation junger Menschen damals und heute recherchieren. 
Die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) im NS-Dokumentationszentrum ist eine Einrichtung der Stadt Köln mit dem Ziel, das Bewusstsein für Menschenrechte, Demokratie, kulturelle Vielfalt und Gewaltfreiheit zu fördern sowie rechtsextremen Denk- und Handlungsmustern vorzubeugen und entgegenzutreten.
Die Seminare finden in Räumlichkieten des Kölner NS-Dokumentationszentrums statt.  
Über das Bildungsangebot der ibs können Sie sich/könnt Ihr Euch hier informieren:
[Fotos: M. Thulin]

Donnerstag, 21. März 2013

Die Sehnsucht nach der Vergangenheit

Die Sonderausstellung "Gold und Asche" im Kölner NS-Dokumentationszentrum

Anläßlich einer Grabung des Kölner Wallraff Richartz Museums in der Baugrube des von einem gewissen Leopold Dahmen errichteten Hauses in Nachbarschaft zum Strafgerichtshof, fand man 1934 eine römische Terrakottamaske. Eigentlich hatte man damit gerechnet, einen Tempel zu finden - einen 2000 Jahre alten, neuerlichen Beweis für die Überlegenheit des nordischen Volkes der Germanen. Das die Bauherren zwangsläufig Italiener gewesen wären, hätte nicht interessiert. Während des Nationalsozialismus wurde die Vergangenheit des deutschen Volkes als ein uraltes nationales Schicksal inszeniert. Ist es da ein trauriger Zufall oder ein doch ein Zeichen, dass am Ort der archäologischen Ausgrabungen ein Keller gebaut wurde, in dem zwischen 1935 und 1945 unzählige Menschen, Regimekritiker und Zwangsarbeiter gefoltert und ermordet wurden?
Als sich die Bestien im März 1945 vor der herannahenden US-Armee auf die rechtsrheinische Seite geflüchtet hatten, kam der von den Nazis 1933 abgesetzte und von der englischen Militärverwaltung nun wiedereingesetzte Oberbürgermeister zu Besuch. In einem der verlassenen Büros, welches er einem höheren Gestapobeamten zuordnete, fand er einen Kerzenständer und nahm ihn mit. Von nun an sollte er in seinem Büro stehen und ihn an das Unglück seiner Frau und das seines Landes erinnern. Auguste hatte 1944 unter Qualen versucht, sich im Gefägnis des El-De-Hauses das Lebens zu nehmen, Köln war nicht nur völlig zerbombt worden, seine Einwohner standen vor dem absoluten Nichts. Der Kerzenständer Konrad Adenauers ist im Rahmen der Ausstellung "Gold und Asche" noch bis zum 20. Mai 2013 in den Räumen des Kölner NS-Dokumentationszentrum zu sehen.
Martin Volberg zeichnet in den ehemaligen Räumlichkeiten des Uhrenhandels der Firma Leopold Dahmen, der sich in direkter Nachbarschaft zu Folter und Mord einrichtete, die 500 jährige Geschichte des Hauses am Appellhofplatz nach.
Der Titel der Ausstellung weckt Assoziationen: Gold, das wegen seiner Beständigkeit mit dem Memorialgedanken verbunden ist, war über viele Jahrzehnte Gegenstand im Haus Langgasse/Appellhofplatz. Schon vor Leopold Dahmen, der ebenfalls Schmuck verkaufte, waren hier, im Stadtzentrum, unter Gabriel Hermeling und Josef Kleefisch Kostbarkeiten entstanden, die genauso wie die Biographien ihrer Schöpfer erstmalig im El-De-Haus ausgestellt werden.
Da dem Gold über viele Jahr­hunderte eine Rolle zur Kriegsfinanzierung zukam, ist das Thema Asche von Anfang an mit der Geschichte des Hauses verbunden. Die Einäscherung betrifft auch den Ort selbst. Die Gestapo verbrannte einen Teil ihrer Akten, wichtige Hinweise auf Täter und Opfer sind damals für immer verloren gegangen.
Die Sonderausstellung "Gold und Asche" findet parallel zur laufenden Dauerausstellung "Köln im Nationalsozialismus" und der Präsentation der "Gedenkstätte Gestapogefängnis" statt. Weiterführende Informationen finden Sie/findet Ihr hier:

Dienstag, 26. Februar 2013

Der Vopelius-Globus

Von Himmelskugeln und Astrolabien -  wie der Kölner Mathematiker, Astronom und Kartograph Caspar Vopelius das himmlische Abbild der Berenike wiederentdeckte
Caspar Vopelius (1511-1561) betrachtet die Sterne mit einem Astrolabium, Foto: hna.de
Im Jahr 1526 ging ein junger Sauerländer mit dem Nachnamen Vopel oder Vöppel zum Studieren in die Landeshauptstadt Köln. Als Mathematiklehrer am Kölner Montanusgymnasium gelangte er zu Weltruhm, jedoch nicht für seine Lehre. Herrn Vopel, der seine Namen stilgerecht latinisierte, gelang es, den Himmel und die Erde genauer als seine Vorbilder auf einer Kugel abzubilden.
Vopelius Landesherr, der Kölner Erzbischof, war im beginnenden 16. Jahrhundert nicht nur Kirchenoberhaupt, sondern auch ein mächtiger Landesherr im Staatenbund des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Zwar durfte er sich nicht mehr in Köln aufhalten, seine Kirche wachte jedoch noch immer über die hiesige Universität. Derren Ruf hatte vor der Reformation stark gelitten. Aufgrund der Dunkelmännerbriefe lachte das ganze Land über die Professoren, hatten sie doch den in Köln zum Christentum konvertierten Juden Johannes Pfefferkorn (1469-1521), der eigentlich Metzger von Beruf war, bei der Herausgabe gleichsam unwissenschaftlicher wie hetzerischer Schriften mit Titeln wie "Judenbeicht" (1508) und "Judenfeind" (1509) unterstützt.

Die Kölner Universität war 1388 gegründet worde. Damit war sie die viertälteste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Das hohe Niveau der wissenschaftlichen Forschung der Aufklärung brachte neue Erkenntnisse in allen Bereichen der Naturwissenschaften hervor. Die mit Zeitgenossen wie Vopelius beginnende Renaissance ihrer mittelalterlichen Blüte sollte erst mit der Auflösung im Trubel der französischen Revolution beendet werden. 
  
Vopelius legte eine Blitzkarriere hin. Nach nur drei Jahren Studienzeit bestand er 1529 sein Magisterexamen in der Mathematik. Ein Studium an der Universität Köln war damals völlig anders aufgebaut als heute. Während die Studenten unserer Tage von einem Schein zum nächsten hetzen und überlegen, wie sie Auslandspraktika und Studentenparties in ihren Alltag integrieren können, musste Herr Vopel schon in den letzen beiden Jahren des sauerländischen Gymnasiums das Grundstudium der Mathematik absolvieren. Mit dem Studium der septem artes liberales verpflichtete er sich, Tag und Nacht Formeln und Gleichungen zu lernen. Köln verließ er dabei nicht und über durchzechte Nächte ist auch nichts bekannt.
Vopelius blieb bei der Mathematik, schloss sich während der Wirren der Reformation in seiner karthographischen Arbeitsstube ein und entwarf unter anderem Erd- und Himmelsgloben, von denen noch heute zwei im Kölnischen Stadtmuseum zu bewundern sind.
"Vopel Globe", Foto: http://www.gutenberg.org/files/39866/39866-h/39866-h.htm#f56
Auf dem Foto kann man erkennen, dass Amerika dem Erkenntnisstand Vopelius folgend (1543) mit der Landmasse Asiens verbunden war und demnach (noch) nicht existierte.

Im Jahr 1532 führte Vopelius zwei neue Sternenbilder ein: "Haar de Berenike" und "Antinoos". Antinoos ist benannt nach der legendäre Gestalt eines zu Beginn der Spätantike den Reisekaiser Hadrian (76-138 n.Chr.) als Günstling und Geliebten begleitenden griechischen Knaben; Haar de Berenike ist ein Sternbild zwischen Löwe und Bärenhüter und war schon in mehreren antiken Kommentaren erwähnt worden Konos von Sanos (280-220 v.Chr.), der als Mathematiker und Astronom am Hof Ptolemaios III. lebte, hatte es nach der Pharaonin Berenike II. benannt. Sowohl das Sternbild des Antinoos als auch das der Berenike waren mit dem Ende der Spätantike aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen Westeuropas verschwunden. Vopelius gelang es, durch das Studium antiker Schriften und genaue Messungen, das Himmelszelt so exakt wie nie zuvor auf seinen Globen abzubilden. 

Die genauen Berechnungen gelangen ihm in erster Linie durch die Weiterentwicklung der Armillarsphäre zu dem Multifuntionsinstrument Astrolabium. Im Kölner Stadtmuseum ist ein Astrolabium des Genimae Frisii aus Löwen (heutiges Belgien) ausgestellt. Mit diesem Instrument konnten die Astronomen der Renaissance Sternenkonstellationen berechnen, die genaue Uhrzeit angeben, den Breitengrad berechnen und die menschlichen Irrungen und Wirrungen durch Sternenkonstellationen vorhersagen - Letzteres war das eigentliche Hauptgeschäft der Astronomen. Viele Zeitgenossen des Volperius vetrauten zumeist blind den Ratschlägen ihrer Astronomen. Karl der Kühne (1433-1477) soll sogar eine Schlacht nur aufgrund der negativen Prognosen der Sternenkonstellation abgesagt haben.

An dieser Stelle sei noch zu erwähnen, dass das Kölnische Stadtmuseum auch zwei Globen des Vincenzo Maria Coronelli (Venedig 1650-1718) aufbewahrt. Der Erd- und der Himmelsglobus haben je einen Meter Durchmesser. Die Stadt Köln bedankte sich damals mit 1000 Reichstalern bei dem Zulieferer. Heute ist jedes Exemplar fünf Millionen Euro wert. 
Südostasien auf einer Karte Coronellis, Foto: http://www.bergbook.com
Ein Globus des Caspar Vopelius ist eigentlich unbezahlbar. Nur noch drei der Erdgloben sind weltweit registriert. Er gibt Aufschluss über Realität, Spinnerei und Vision der damaligen Wissenschaft. 50 Jahre nach der (Neu)Entdeckung Amerikas hatte der Kölner Mathematiklehrer versucht, die damals bekannte Welt auf einer Kugel darzustellen. Mit dabei auch eine unbekannte aber vermutete Terra australis incognita.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Frauengeschichte(n) in Köln

Eine Stadtführung in Köln am 6. April 2013 um 14Uhr

Der Frauenbrunnen in der Kölner Altstadt
Wußten Sie, dass Köln im Mittelalter eine der wenigen Städte war, in der es auch Frauenzünfte gab? Die 2000jährige Stadtgeschichte hat neben der bekannten Kaiserin Agrippina auch die erste Frau hervorgebracht, die an einer Universität studieren durfte. Wollen Sie wissen, wer es war? Dann kommen Sie mit auf eine Entdeckungstour durch die Kölner Altstadt und erfahren Sie spannende Details über spektakuläre Frauenschicksale.

Anmeldungen bitte unter folgender Adresse:

Mittwoch, 30. Januar 2013

"Eine Gruppe von ca. 20 Menschen, die anders arbeiten und leben"

Hintergrundinfo: Die Sozialistische Selbsthilfe Köln Mühlheim e.V. (SSM)

In einem Interview für WDR 5 kommt ein Mann zu Wort, der als türkischer so genannter Gastarbeiter von der SSM seine ersten Möbelstücke geschenkt bekam. So konnte er halbwegs human wohnen. Die Wohnsituation der Gastarbeiter aus Südeuropa war in den 1970er Jahren katastrophal. Die Mühlheimer Initiative engagiert sich noch für viele andere sozial benachteiligte Mitmenschen.
Foto: SSM
Der Lebensunterhalt der Gruppe, die auch zusammen wohnt, wird durch Dienstleistungen in Form von Wohnungsauflösungen, Umzugshilfen, Transporten, Second-Hand-Handel und Raumvermietung ohne staatliche Zuschüsse und Transferleistungen erwirtschaftet.

Nun mag das Wort "sozialistisch" ein wenig radikal oder sogar unangepasst klingen. Die SSM behauptet jedoch, dass sich die linke Orientierung nicht negativ auf das Zusammenspiel mit den Institutionen und Organisationen in Köln auswirkt. 

In der Einrichtung arbeiten auch ehemalige Drogenabhängige oder behinderte Menschen. Leider muss man beide Gruppen in einem Satz nennen. Schließlich werden sie genauso wie unsere älteren Mitbürger in der Regel ausgegrenzt von der Gesellschaft in Heime oder "Anstalten" weggesperrt.

Die SSM möchte kein Vorbild für andere alternative Lebens- und arbeitsmodelle sein, gibt uns jedoch Aufschluss darüber, wie sich Solidarität, weitgehende Selbstversorgung, Verwaltung gemeinsamer Produktionsmittel, Nachhaltigkeit, Vernetzung mit anderen und gesellschaftliches Engagement erfolgreich in einer Großstadt verwirklichen lassen.

Link zur Website der Sozialistischen Selbsthilfe e.V. Köln Mühlheim:

Montag, 28. Januar 2013

Soziale Stadt 2012

Die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim e.V.

Foto: http://www.contraste.org
Die „Sozialistische Selbsthilfe Mülheim e.V.“ hat am 24. Januar 2013 in Berlin den Preis „Soziale Stadt 2012“ in der Kategorie Integration erhalten. Auch das Kölner Handlungskonzept „Lebenswerte Veedel“ wurde ausgezeichnet. Der Wettbewerb wird seit 2000 im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgelobt. In diesem Jahr wurde 171 Projekte eingereicht, zehn erhielten einen Preis, zehn weitere eine Anerkennung.
Die „Sozialistische Selbsthilfe Mülheim e.V.“ in Köln spaltete sich 1997 von der „Sozialistischen Selbsthilfe Köln“ ab. Als Selbsthilfebetrieb ist sie bei der Integration sozial benachteiligter und ausgegrenzter Menschen tätig.

Link zum Bericht über die Veranstaltung:

Samstag, 29. Dezember 2012

Kölner Erbischöfe - Neuer Dom ohne Erzbischof

Kardinal Paulus Melchers (1813 - 1895)

"Zum ewigen Gedächtnis an den nach Verlauf von sechs Jahrhunderten glücklich beendeten Ausbau des größten deutschen Domes, des höchsten Bauwerks der Erde, haben Seine Majestät der deutsche Kaiser und König von Preußen Wilhelm und Ihre Majestät die Kaiserin und Königin, Augusta, (...) diese Urkunde unterzeichnet, welche in den Schlussstein der Kreuzblume des südlichen Domthurms niedergelegt werden wird. So geschehen zu Köln am Rheine den 15. October 1880."

Diese Urkunde zur Einweihung des Kölner Doms wurde von Kaiser Wilhelm und seiner Gemahlin Augusta, zahlreichen Hoheiten, Fürsten und anderen hohen Gästen unterschrieben. Von den 65 Unterschriften stammten nur sieben von Katholiken, keine einzige von einem katholischen Geistlichen. Doch es fehlte nicht nur die Unterschrift des Erzbischofs Paulus Melchers, des höchsten kirchlichen Würdenträgers in Köln, bei den Feierlichkeiten war er gar nicht anwesend.

Foto: Wikipedia.org
1876 waren dem Kölner Erzbischof vom "preußischen Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten" alle Ämter aberkannt worden. Da er steckbrieflich gesucht wurde, ging Melchers in das niederländische Exil. Die katholische Kirche befand sich im Kulturkampf mit der Reichsregierung in Berlin. Bismark wollte die Geistlichkeit aus der Politik vertreiben und vor allem wollte er, dass der Staat bestimmt, wer zum Erzbischof in Köln ernannt wird. Melchers war ein Kompromisskandidat zwischen Kirche und Staat gewesen. Und obwohl er sogar in jungen Jahren in Preußen seinen Militärdienst geleistet hatte und dem Bischof von Rom (Bezeichnung des Papstes aus der Zeit des Investiturstreits) ein gefährlicher Widersacher war, wurde Melchers nicht der erhoffte Helfer, sondern die Nervensäge für die preußische Verwaltung in Düsseldorf. Zahlreiche Verbote ergingen gegen den Münsteraner. Im Jahr 1874, also nur knapp zwei Jahre bevor die Polizei erneut eine Fahndung nach ihm ausschrieb, hatte er schon eine siebenmonatige Haftstrafe im Kölner Gefängnis Klingelpütz abgesessen.

Paulus Melchers, der wie sein späterer und nicht minder streitbare Nachfolger Josef Frings (1887-1978) Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz war, verfügte über genügend Macht, um Bismark ernsthaft Probleme zu bereiten. So setzte er sich ganz entschieden dafür ein, sein Personal selbst zu investieren. Doch war er genauso wie Frings nicht der strahlende Held, der sich allein Gottes Wort beugte. So stimmte er den Beschlüssen des Ersten Vatikanischen Konzils (1869-1870) zu und drückte in Folge mit aller Härte das Dogma durch, welches er selbst in Rom so rigeros bekämpft hatte: die Unfehlbarkeit des Papstes.  
 Das deutsche Kaiserpaar wurde zur Einweihung der größten Kathedrale Deutschlands im Oktober 1880 also nur von Weihbischof Johann Anton Baudri empfangen. Dem Ruhm des "nationalen Baudenkmals" und seiner Geldgebern konnte das nicht viel anhaben. Natürlich gab es einen Skandal. Aber bedenkt man, dass die Maße der fünfschiffigen Kathedrale für damalige Verhältnisse gigantisch waren - Langhauslänge 145 Meter, Querhausbreite 86 Meter, Höhe des Mittelschiffes 43 Meter, Höhe der Türme 157 Meter, umbauter Raum 407 000 Kubikmeter, Gewicht 160 000 Tonnen - dann ist nur verständlich, dass die Einweihungsfeier zu dem populären Großereignis wurde, für die sie geplant worden war. Der "Deutsche Rhein" wurde durch einen "Deutschen Dom" verziert.

Paulus Melchers durfte erst als Leiche nach Köln zurückkehren. Jedoch nur mit besonderer Genehmigung der Regierung des Königreiches Preußen. Seine sterblichen Überreste wurden im Dom beigesetzt.
 

Montag, 10. Dezember 2012

Training mit Ex-Profis



Am 28.11.2012 haben sich in Köln Lehrer, Sozialarbeiter, Schüler und Politiker getroffen, um geneinsam zwei Sportevents für Jugendliche zu organisieren. Die Veranstaltungen werden im Mai und im September 2013 in Köln stattfinden. Ziel ist es, die Jugendlichen anzusprechen, die aufgrund ihrer familiären oder sozialen Situation an keiner der schon etablierten Sportfeste in Köln teilnehmen können.

Links vorne: Talwasa Malang, Kai Manteuffel, Marco Reich
Zweite Reihe v.li.: Heinz Sieke, Dr. Ralf Heinen, Peter Kron, Ruth Altmeier, Dave Jindal, Daniel Machnik, Jutta Fessler, Markus Thulin, Sara Saponara
[Foto: Frank Teufer]

Ex-Sportprofis werden im Rahmen dieser Aktionstage mit den interessierten Jugendlichen Trainingseinheiten durchführen. Das gibt ihnen den Anreiz, aktiv Sport zu treiben und regelmäßig zu üben. Die Events sollen sowohl links- als auch rechtsrheinisch stattfinden. Erklärtes Ziel ist es, die Jugendlichen bei der Organisation der Veranstaltungen miteinzubinden und ihre Wünsche und Ideen zu berücksichtigen. 

Dem Treffen ging in diesem Jahr ein Partizipationsprojekt auf komunaler Ebene voraus. Lest/Lesen Sie dazu den Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger:


Im Juni diesen Jahres haben die Schülerinnen und Schüler auch Wahlwerbespots im Audioformat aufgenommen, um ihre zuvor gegründeten Parteien zu bewerben. Die Ergebnisse findet Ihr/finden Sie unter:


Wir werden auf diesem Blog von nun an regelmäßig über den Fortgang der Vorbereitungen für die Sportevents informieren.